Kinzigman 18.5.2014

Alle Jahre wieder machen wir im Januar ein Schwimmseminar mit abendlichem kegeln. Bei dieser Kegelrunde entstehen Jahr für Jahr immer neue Wettkampf-Ideen. Dieses Jahr haben sich 3 Verrückte entschlossen sich für den Kinzigman (500m swim, 20 km bike, 5km run) im Mai anzumelden.  Der Kinzigman ist die erste Triathlon-Veranstaltung des Jahres im Rhein-Main-Gebiet. Aber im Januar denkt man: Mai ist noch soooo lange hin. Dann legt man den Gedanken an den anstehenden Triathlon erstmal zu den Akten.

Etwa 2 Wochen vorher wurde ich langsam nervös. Das Wetter war im April wirklich toll, aber die letzten 2 Wochen vor dem Wettkampf waren nicht besonders heiß. Ich fing an das Internet nach der Wassertemperatur vom Kinzigsee abzusuchen. Eine Woche vorher wurde ich fündig: 13 Grad.

Welch ein Schock! Am Mittwoch, 5 Tage vor dem Wettkampf, sank die Wassertemperatur auf 11 Grad. Danach wurde es ruhig. Fakt ist: gemäß der DTU (Deutschen Triathlon Union) darf bei unter 14 Grad Wassertemperatur kein Triathlon stattfinden. In solchen Fällen wird aus der Veranstaltung oft ein Duathlon gemacht. Duathlon bedeutet Laufen – Radeln – Laufen. Aber soweit sollte es zum Glück nicht kommen.

Am Morgen des 18.05. sind wir um 7:00 Uhr in Kalbach aufgebrochen. Im Gepäck hatten wir unsere Räder, Laufschuhe, Radschuhe, sämtliche Schwimmutensilien und ganz wichtig einen Neoprenanzug, nicht zu vergessen jede Menge gute Wünsche von unseren Vereinskollegen, Partnern und Freunden. Ohne Neoprenanzug hätten wir den Wettkampf gar nicht antreten dürfen. Wie durch ein Wunder ist die Wassertemperatur, bei etwa 14 Grad Außentemperatur und Regen, von Mittwoch bis Sonntag plötzlich auf (immer noch verdammt kalte) 17 Grad gestiegen. Jetzt gab es aber kein zurück mehr. Um Punkt 10 Uhr durften unsere Herren Thomas Bienert und Amol Menghani in ihr erstes Triathlon-Abenteuer starten. Ich war um 10:10 Uhr mit den restlichen Damen und den Senioren über 50 Jahren fällig. Puh, also rein in den Neo, Badekappe und Schwimmbrille auf und ab zur Startlinie. Dann der Startschuss. Mein erster Gedanke: wie soll ich bei dieser Kälte 500 m schwimmen? Mein zweiter Gedanke: reiß dich zusammen, die Sonne scheint heute, beeil Dich, dann geht’s gleich aufs Rad, da kannst Du trocken.

Aus dem Wasser raus kam der Kampf gegen den gestörten Gleichgewichtssinn und gegen den Neo. Jetzt hieß es schnellstmöglich in die Wechselzone zu laufen, den Neo auszuwurschteln, denn von ausziehen kann hier keine Rede sein,  dann den Helm aufzusetzen, das Startnummernband umzuschnallen und auf schnellstem Weg die Wechselzone, samt Rad, zu verlassen.  Jetzt lagen 20 km Radstrecke vor uns. Die ersten 10 km liefen wirklich gut. Im 2. Dorf auf der Strecke musste ich eine Motorrad-Gruppe überholen, weil sie sich löblicherweise an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h in der Baustelle gehalten haben. Dafür hatte ich allerdings keine Zeit. Nach 10 km kam in einem Kreisel der Wendepunkt und es ging zurück. Was auf dem Hinweg nach entspanntem Rollen aussah, entpuppte sich auf dem Rückweg als harter Kampf im Gegenwind. Die Muskeln brannten, aber ans aufgeben war nicht zu denken. Zurück in der Wechselzone ging wieder alles ganz schnell, Rad abstellen, Helm weglegen, Laufschuhe an und zack zack ging’s weiter zum laufen. Oh laufen, welch ein Graus für mich. Mittlerweile war es richtig warm, die Sonne brannte und die Klamotten waren trocken. Jetzt ging es nur noch darum endlich ins Ziel zu kommen. Auf halbem Weg gab es wieder einen Wendepunkt. Dort wurde ein Armbändchen verteilt. Jetzt lagen noch 2,5 km Laufstrecke vor mir. Ich besann mich auf dem letzten Kilometer nochmal den Turbo einzulegen. Nach 1:23:00 war für mich alles gelaufen. Im Ziel wartete dann leckere Verpflegung in Form von Obst, Kuchen, isotonischen Getränken und einem erfrischendem Bier. Ich kann gar nicht beschreiben, wie lecker dieses Bier um etwa 11:30 Uhr geschmeckt hat.

Ganz besonderen Dank möchte ich auf diesem Weg meinem Schatz, Stephanie H. aus dem Lauftreff und Freunden, die sich morgens mit dem Rennrad aus Frankfurt aufgemacht haben, um sich das Spektakel anzuschauen. Eure Anwesenheit hat mir sehr viel bedeutet.

Am 20.07. treten wir wieder beim Möwathlon an. Jetzt heißt es gezielt trainieren und Defizite ausmerzen.

Zeiten:

GESAMT              Schwimmen         Rad               Lauf

Thomas Bienert     1:13:41       –         00:10:10        00:37:44          00:20:08

Amol Menghani     1:24:20       –         00:13:09       00:39:09         00:22:22

Anja Westerberg    1:23:00      –          00:11:57       00:36:46          00:28:02

 

Anja Westerberg

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