IRONMAN Frankfurt 8.7.2012

IRONMAN Frankfurt 2012 – Langdistanzdebüt  –  Ein (fast) perfekter Tag

Am 08. Juli 2012 habe ich bei der Frankfurter IRONMAN European Championship meine erste Langdistanz in 10:58:56 erfolgreich beendet.

Das Rennwochenende startete für mich am Freitagnachmittag mit der Wettkampbesprechung in der Frankfurter Eissporthalle. Anschließend ging es zum Römer, um die Startunterlagen abzuholen und die Sport Expo zu besuchen. Am Abend stand dann noch die Nudelparty auf dem Programmplan. Der erste Tag war sehr durch ein Wettkampf-Feeling geprägt und ließ die Anspannung, aber auch die Vorfreude auf Sonntag merklich steigern.

Samstag stand ganz im Zeichen der Rennvorbereitung. Alle Sachen fürs Rennen wurden zusammen gesucht und die Race-Beutel gepackt. Danach ging es zum Langener Waldsee und dort wurde mit dem Gefühl „Habe ich auch wirklich nichts vergessen“ das Rad und Beutel mit den Laufschuhen abgegeben. Anschließend wurde noch kurz die Schwimmstrecke begutachtet.

RACE DAY

Der längste Tag des Jahres begann für mich bereits um drei Uhr. Nach einer kurzen Dusche und einem kleinem Frühstück ging es um halb 5 in Richtung Langener Waldsee.

Der See war ruhig und zeigte sich in tollem Licht bei einem wolkenlosen Sonnenaufgang. Leider sollte der erste Eindruck vom Wetter im Laufe des Tages nicht stand halten. Starker Regen, stürmiger Wind und  Hitze sollten noch folgen.

In der Wechselzone wurden dann  die Reifen aufgepumpt, Verpflegung am Fahrrad verstaut und immer gehofft, dass man selber nicht von den vielen Reifenplatzern betroffen ist.

Dann wurde es langsam ernst. Ich habe mich von Freundin, Familie und Freunden verabschiedet und bin zurück in die Wechselzone, um meinen Neo anzuziehen.

Kurz vor dem Einschwimmen wurde noch die Nationalhymne und gespielt und dann ging es auch schon für die Profis los. Noch 15 min bis zum Start. Da es bei einem Massenstart von gut 2500 Athleten sehr eng werden kann, habe ich versucht mich eher am Rand des Starterfeldes zu platzieren. Nun hieß es nur warten bis es endlich los geht.

Am 08. Juli 2012 pünktlich um 7 Uhr morgens war es dann soweit. Inmitten von unzähligen Armen und Beinen startete mein Abenteuer Ironman mit den ersten 3,8 Rennkilometern im Langener Waldsee.

Ich habe sehr schnell und gut meinen Schwimmrhythmus gefunden. Hin- und wieder gab es mehr oder weniger intensiven „Feindkontakt“, aber es spielte sich alles im fairen Bereich ab. Nach 2,1 km folgte ein kurzer Landgang und es ging auf die letzten 1,7 km. Nach 1:14:31h stieg ich aus dem Wasser und war erleichtert, dass ich meine schwächste Disziplin erfolgreich überstanden hatte.

Schon auf den letzten Metern der Schwimmstrecke habe ich bemerkt, dass der Regen begonnen hatte. In der Wechselzone mußte ich mich dann entscheiden: Regenjacke ja oder nein. Ich beobachtete andere Athleten, und entschied mich dann gegen eine Jacke und hoffte, dass der Regen bald vorbei ist.

Die ersten km der Radstrecke liefen sehr gut. Es ging mit Rückenwind in einem hohem Tempo nach Frankfurt hinein auf die 2 Radrunden. Leider wurde der Regen immer schlimmer, so dass das Wasser an vielen Stellen auf der Straße nicht mehr ablaufen konnte. Die Temperaturen waren auch grenzwertig und es wurde doch recht frisch, besonders an Armen und Schultern. Die Wetterverhältnisse zwangen mich besonders an den schnellen Passagen der Strecke das Tempo etwas raus zu nehmen.

Am Ende der ersten Runde riefen schon erste Zuschauer, dass über Frankfurt die Sonne scheinen würde. Und als ich oben auf dem Heilsberg dann auch den blauen Himmel sehen konnte, war ich einfach nur glücklich und genoß die wärmenden Sonnenstrahlen.

Die zweite Runde war wesentlich angenehmer zu fahren, die Straße war nun auch fast überall getrocknet und somit konnte man doch wieder etwas mehr Gas geben. Während der gesamten 180 km habe ich mich absolut fit gefühlt. Ich bin die Anstiege ohne Probleme hochgekommen und auch mein „Lieblingsstück“ zw. Niederwöllstadt und Rodheim ließ sich trotz des starken Gegenwindes super fahren.

Ich hätte nie gedacht, dass man so eine Distanz so locker fahren kann, und dass diese dann auch noch so kurzweilig werden würde. Ich beendete die zweite Disziplin inklusive dreier Pinkelpausen in einer Zeit von 5:49:24 h.

In Frankfurt herrschten mittlerweile toller Sonnenschein und warme Temperaturen. Wie in meinen Koppeleinheiten war der Umstieg vom Rad auf die Laufstrecke völlig problemlos. Nachdem ich die ersten km zu schnell angegangen war versuchte ich das Tempo zu reduzieren und kam dann relativ gut ins Rennen. Die Beine wirkten immer noch „frisch“. Aufgrund der hohen Temperaturen habe ich an jeder Verpflegungsstelle getrunken und versucht meinen Körper mit Schwämmen zu kühlen.

Ab der dritten Runde am Main musste ich dann wegen immer stärker werdenden Magenproblemen an den Verpflegungsstellen gehen. Ohne diese Gehpausen hätte ich keine Getränke oder Nahrung mehr zu mir nehmen können, weil der Magen komplett dicht gemacht hat. Trotzdem war es im Nachhinein ein toller Marathon, der vor allem durch die tolle Atmosphäre und Stimmung am Main richtig Spaß gemacht hat. Als ich auf der letzen Runde realisiert habe, dass ich unter den 11h bleiben könnte, bin ich überglücklich in Richtung Römer abgebogen. Mit einem der wahrscheinlich spektakulärsten Zieleinläufe der IRONMAN Serie beendete ich den Marathon 3:46:47 h und somit auch meinen längsten Tag des Jahres.

Bis auf einige Kleinigkeiten habe ich wirklich den perfekten Tag für mein IRONMAN Finish erwischt. Nach circa acht Monaten (nahezu verletzungsfreien) Vorbereitung mit bis zu 14h Training, einem Trainingslager und meinem allerersten Versuch einer Taperphase war ich auf den Punkt genau fit.

Dieser Wettkampf hat mir gezeigt, dass man mit intensivem Training und viel Selbstvertrauen die eigentlich unfassbaren Distanzen an einem Stück bewältigen kann. Trotzdem habe und werde ich den Respekt vor dieser Distanz nicht verlieren. Heute kann ich auch jedem ambitionierten Triathleten, der über Erfahrung auf der Kurz- und Mitteldistanz verfügt, empfehlen wenigstens einmal auf die Langdistanz zu gehen. Es ist und bleibt ein unbeschreibliches Erlebnis.

Am Ende meines (längeren) Berichtes nun noch das Wichtigste: Ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken, die mich auf diesem langen Weg begleitet und unterstützt haben. Als aller erstes natürlich meiner Freundin Anica, die wohl am meisten zurückstecken und verzichten musste. Dann natürlich Angela und Matthias, die sich zu keiner Trainingseinheit zu schade waren und mir jederzeit mit vielen wertvollen Tips zur Seite standen.

Vielen Dank auch allen, die am Wettkampftag mit an der Strecke standen und mich kräftig angefeuert haben. Jedes bekannte Gesicht lenkt von der Quälerei ab und gibt neuen Antrieb.

Markus Halm – IRONMAN –

SWIM:   01:14:31

T1:           00:05:40

BIKE:       05:49:24

T2:           00:02:32

RUN:       03:46:47

FINISH:  10:58:56

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