Wettlauf zu den Sternen – 1. Himmelswegelauf 16.6.2012

1,2,… 6 TV-Kalbacher beim ersten Himmelswegelauf in der Domstadt Naumburg – oder: warum schönes Wetter nicht immer gut sein muss

Samstag, 16. Juni 2012, endlich war der große Marathontag gekommen und nicht nur ich, Anja von Cleef, hatte sich in ihrer Heimat Naumburg an der Saale zum Himmelswegelauf, organisiert von Waldemar Cierpinski, der Lauflegende des Ostens, begeben. Zu meiner großen Freude, hatten sich auch Angela Hahn, Stefanie Schmidt, Moritz Schmidt, Matthias Löwe und Stephan Voss zum Himmelswegelauf in seiner ersten Auflage angemeldet.

Für mich als gebürtige Naumburgerin war das eine besondere Freude. Nun galt es nur noch die nach meinen eigenen Angaben „flachen“ 42,2 km bis nach Wangen bei Nebra zu bewältigen. Einige angemeldete Läufer waren etwas schlauer als Stephan und ich. So hatten sich Angela, Stefanie, Moritz und Matthias „nur“ auf die Halbmarathonstrecke von 21,1 km begeben.

Ich lies mich jedenfalls vom schönsten Sommerwetter nicht beeindrucken und dachte: Marathon ist Marathon, egal wie das Wetter ist oder wie profiliert die Strecke ist. Außerdem startete nur der Marathon in meiner Heimatstadt Naumburg; der Halbmarathon begann in Laucha. Das Ziel war bei beiden Läufen gleich, der historische Fundort der Himmelscheibe in Nebra, der weltweit ältesten Himmelsdarstellung auf einer Bronzeplatte aus etwa 2000 Jahren vor Christi.

Mit dem Start und der aufgehenden Sonne wurde mir immer bewusster, wie klug doch die Entscheidung war „nur“ einen Halbmarathon zu laufen. Es war immerhin bereits Mitte Juni und auch die Temperaturen sollten diesem Sommermonat alle Ehre machen.

 

Der Start um 9:30 Uhr verlief noch wunderbar, die Sonne schien, meine Familie konnte an der Strecke anfeuern, sogar mein 84-jähriger Opa hat mit der Deutschlandfahne gewunken. Doch bereits nach lediglich 8 km und rund 30 schwülen Grad wurde mir eins klar: schönes Wetter ist nicht immer gut! Natürlich ist gegen strahlende Sonne nichts zu sagen, aber bei einem Marathon wurde dies dann doch zum Verhängnis. Nachdem wir Marathonis Naumburg verlassen hatten, ging es durch die Weinberge entlang der Saale, vorbei an der Unstrut ins schöne Freyburg, die Heimat des Rotkäppchensekts. Danach folgten Laucha, Burgscheidungen, Karsdorf und Nebra.

Meine kleine „Notlüge“ des flachen Streckenprofils bekamen alle Läufer zu spüren. So waren doch einige kleine Berge dabei und bei der besagten Hitze gaben diese den Rest. Ich musste sogar zeitweise spazieren gehen und die Zielzeit von unter 4:30 h geriet in weite Ferne. Doch auch bei Stephan, der sich in einem top Trainingszustand befand, hatte die Hitze die geplante Zielzeit etwas erhöht. Nichts destotrotz kam er mit 3:32:05 h als zweiter seiner Altersklasse ins Ziel. Noch vor ihm kamen Angela Hahn nach 1:45:31 h und Moritz Schmidt mit 1:45:32 h ins Ziel. Matthias Löwe kamen nach 1:59:33 h und Stefanie Schmidt nach 2:32:27 h beim Fundort der Himmelsscheibe an.

Nun waren alle im Ziel – außer ich. Marathonläuferin Anja kämpfte noch immer gegen die Hitze und den inneren Schweinehund. „Hör doch auf, lass es sein“ bis hin zu „ wie verrückt bin ich eigentlich, könnte ich bei diesem Wetter im Freibad liegen“ ging es mir durch den Kopf. Doch einige nette Bekanntschaften entlang der Strecke, die wie ich gegen ihr Inneres ankämpften, und mein Mann mit meiner Mutter, die aller 5 km mit Bananen und Wasser bewaffnet zum Winken bereit stand, haben mich dann doch irgendwie dazu gebracht, meinen „längsten“ Marathon zu finishen. Nicht sehr glücklich über die Zeit, aber dennoch erleichtert kam ich nach 5:11:41 h im Ziel an. Völlig kaputt und genervt von dem „schönen Wetter“ stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ich den 1. Platz in meiner Altersklasse belegt hatte. Nun war die Stimmung wieder prima und ich habe sogar einen Preis bekommen. Angela Hahn konnte beim Halbmarathon sogar als erste Frau ins Ziel kommen. Wir hatten eine wahre Gewinnerin unter uns.

Doch nach diesem ereignisreichen Lauf, an dem wir alle Gewinner waren, habe ich die Erkenntnis erlangt, dass es zwar lange und kurze Marathons gibt, kalte und heiße Tage, flache und bergige Strecken, aber dass es nur ein paar weniger Dinge bedarf, um gegen den inneren Schweinehund erfolgreich anzukämpfen. Neben Glück beim Wetter und dem Streckenprofil gibt es einen ganz entscheidenden Faktor, der zum erfolgreichen Bestehen eines Laufes dazugehört: nämlich Lauffreunde, die einen bis auf den letzten Meter ins Ziel unterstützen und einen so tollen Trainer wie Matthias.

 

Marathon Platz AK Platz M/W Bruttozeit
Voss, Stephan 2 (M40) 14 03:32:05
Von Cleef, Anja 1 (W30) 12 05:11:41
Halbmarathon Platz AK Platz M/W Bruttozeit
Hahn, Angela 1 (W50) 1 01:45:31
Schmidt, Stefanie 9 (WHK) 79 02:32:27
Schmidt, Moritz 3 (M30) 33 01:45:32
Löwe, Matthias 5 (M60) 93 01:59:33

 

Anja von Cleef

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