Vienna City Marathon – Unsere Laufparty in Wien 15.-19.04.2011

 

Fisch schwimmt, Vogel fliegt, TV Kalbach läuft! Getreu diesem Motto versammelten sich zwölf Läufer und ihr dreiköpfiges Unterstützungsteam am Freitag, den 15. April am Flughafen in Frankfurt, um gen Wien abzuheben.

 

 

Angekommen im Hotel Rosengarten genossen wir noch eine stärkende Läuferpizza zum Auffüllen unserer Kohlehydrate-Speicher und legten uns brav ins Bett.

Nach einer lockeren Laufrunde am Samstagmorgen machten wir uns auf den Weg ins Sachertorten-Zentrum mit erstem Stopp auf dem Prater. Von dort gingen wir zur Messe Vienna Sports World, um unsere Startunterlagen, einen Starterbeutel mit kleinen Leckereien sowie eine Riesenportion Motivation abzuholen.

Geschwächt von den tausenden Kilometern tollen auf der Messe angebotenen Läufen legten wir einen Stopp in der Traditionskonditorei Café Demel im Herzen Wiens ein. Im märchenhaften Flair der vergangenen Kaiserzeit genossen wir wie damals die leckeren Cremeschnitten, Torten und Strudel mit einer Melange oder einem Verlängerten. Im Erdgeschoss des Kaffeehauses konnte man einen direkten Blick in die Backstube erhaschen, in der sich schon Kaiser Franzel und seine Gattin Sissi Köstlichkeiten anfertigen ließen.

Dann ging es weiter zu einer kleinen Erkundungstour durch die Stadt, vom großen  Stephansdom zur kleinen Peterskirche über die Shoppingmeile Graben mit Zwischenstopp im Land der Neapolitanerwaffeln ab auf die Marathon-Kaiserschmarrn-Party ins neugotische Wiener Rathaus.

Wir Läufer fühlten uns richtig geehrt, dass wir die Nudeln oder den Kaiserschmarrn nach gefühlten Stunden des Anstehens auf dem heiligen Boden des Rathausfestsaales zu uns nehmen durften. Der Saal mit Blick auf die Ringstraße und Altstadt ist ein wahres Prunkstück. Entsprechend der sportlich verordneten Ruhe ließen wir uns mit vollgeschlagenem Magen auf dem restaurierten Edelparkett für ein Nickerchen nieder und träumten von der morgigen Laufstrecke oder dem Wiener Schnitzel danach…

Am Sonntag, den 17. April klingelten um 5:30 Uhr die Wecker – vorbei die Zeit des Schlemmens und Rumschlenderns. Um 6 Uhr trafen wir uns alle zu krossen Aufbackbrötchen mit Nutella und Bananen im Frühstücksraum. Müde und aufgeregt folgten wir dem Läuferstrom in den Ubahnen zum Start des größten Marathons in Österreich.

Neben der 42,195-km-Strecke, welche Moritz absolvieren wollte, wurde auch ein Halbmarathon angeboten, bei dem Angela, Matthias, Stephan, Susana, Thomas, Christian, Anja, Evelyn, Caroline, Melanie und Stefanie an den Start gingen.

Als die Startsirene bei windstillen 16 Grad und sonnigem Himmel heulte, bewegten wir uns mit den anderen 32.530 Läufern langsam nach vorne in Richtung Zeitmessungsmatte am Start. Dann setzte sich das Feld langsam in Bewegung. Nach einigen Slalom-Einlagen hatten wir die falsch eingereihten Läufer überholt. Wir überquerten auf der Reichsbrücke die Donau und liefen über den Praterstern in den Wiener Prater. Es folgte ein nicht so angenehmer Teil der Strecke, bei dem es in heißer Sonne ohne schattige Plätze leicht aber stetig bergauf ging. Vorbei an der Sternwarte Urania bogen wir auf die Ringstraße ein, wo uns Ralf, Bea und Christina jubelnd empfingen, Fotos schossen und Jacken, störende Pulsgurte oder Shirts entgegennahmen.

Nach der Staatsoper und eine Getränkestelle weiter näherten wir uns Schloss Schönbrunn mit seinen beeindruckenden Parkanlagen. Die Strecke führte zurück auf die Ringstraße, wo die Halbmarathonis bereits in das Ziel auf dem Heldenplatz einbiegen konnten. Matthias finishte nach einem Sturz im Startbereich in flinken 1:54h, Susana beendete ihren ersten Halbmarathon in 2:22h und die Doppelpack-Laufpower Caroline und Evelyn erstmalig bereits beim zweiten Halbmarathon unter zwei Stunden in stolzen 1:59h.

Für Moritz ging es allerdings noch eine weitere Runde vorbei am Rathaus über den Donaukanal ein zweites Mal zum Prater. Leider wurden an den Verpflegungsstellen die Bananen nur halbiert und ungeschält gereicht, dass sich neben den Trinkbechern Unmengen von Bananenschalen auf der Laufstrecke befanden. Moritz erreichte trotz erhöhtem Rutschrisiko nach der weiteren Praterrunde unfallfrei die nie endende Ringstraße und das Ziel auf dem Heldenplatz in neuer Bestzeit von 3:28h, zehn Minuten schneller als beim Frankfurt Marathon 2010.

Nachdem alle TV Kalbach-Läufer die Wiener Sehenswürdigkeiten laufend erkundet hatten, holten wir unsere kaiserlichen Finisher Beutel mit leckerem Obst, Studentenfutter, süßen Dinkelherzen und Getränken im inneren Burghof am Heldenplatz ab.

Die Füße trugen uns noch zurück in die Hotelduschen und Betten. Pulsierende Oberschenkel und leere Mägen führten uns ein paar Stunden später zu dem am Vortag ausgekundschaftetem Wiener Restaurant, wo wir mit Bärlauchsuppe, Wiener Schnitzel und Nockerln dem Hunger die Stirn boten.

Am Montag Vormittag lockte uns das sonnige Wetter trotz Muskelkater nach Schloss Schönbrunn, welches direkt in der Nachbarbezirk des Hotels lag. Einige Mutige wanderten zur Gloriette, einem Arkadengang auf dem Hügel oberhalb des Schlosses.

Plötzlich fanden wir uns in einem Wiener Kaffeehaus wieder … dem Sky Café mit Panoramablick auf dem Edelkaufhaus Steffl, und übten uns hinreichend im Zelebrieren dieser Wiener Tradition. Wir legten die kilometergeplagten Füße in der Ring-Tram und dem Viaker zur Entspannung hoch.

Zum Ausklang des gelungenen Laufevents fuhren wir in ein beliebtes Heurigenlokal im Herzen von Neustift am Walde zwischen Weingärten und dem Wienerwald. In gemütlicher Atmosphäre aßen wir vom reichhaltigen Buffetangebot an gebratenem Fleisch und gebackenem Gemüse mit leckerstem Kartoffelsalat. Wir erfuhren, dass Wein und Wien zwei Begriffe sind, die seit alters her innig miteinander verbunden und nur durch eine Lautverschiebung getrennt sind. Der feine Wein aus Wien ließ die Muskelschmerzen des vergangenen Marathons vergessen und beflügelte zu Gesängen und Tänzen.

Am Dienstag, den 19. April traten wir den Heimflug an und freuen uns, wieder gewohnten Frankfurt Boden unter unseren Laufschuhen zu haben.

Wir bedanken und bei Stephan für die Auswahl und Buchung des ruhigen Hotels sowie bei Anja und Ralf für die Flugbuchungen.

Ein großes Danke auch an Angela und Matthias für die tolle Wettkampfvorbereitung.

Das Laufen in der Gruppe motiviert uns ungemein. Bei der vielen Zeit, die wir auf der „Piste“ verbringen, sind die guten Gespräche unterwegs eine gelungene Abwechslung; auch wenn das bedeutet, Sonntags schon um 8 Uhr aufzustehen um pünktlich um 9 Uhr vor der Kalbacher Leichtathletikhallte am Treffpunkt zum langen 20 bis 35 km Lauf zu sein. Die Freundschaften, die sich hieraus entwickeln, wiegen den Mehraufwand für die Fahrerei und das Binden an feste Trainingszeiten 1000-fach auf. Toll ist auch das gegenseitige Mut machen. Unsere anderen, daheimgebliebenen Kollegen vom Lauftreff drückten allen die Daumen.

Nun wird sich der Leser fragen: Lohnen sich die ganzen Strapazen? Ja absolut! Der schwierigste Kampf ist der Kampf mit sich selbst, der schönste Sieg jedoch ist der Sieg über sich selbst.

Marathon
StNr Name Jahr Verein / Team AK Brutto Netto
3310 Schmidt Moritz 80 TV Kalbach M-30 03:32:07 03:28:54
Halbmarathon
StNr Name Jahr Verein / Team AK Brutto Netto
3308 Voss Stephan 72 TV Kalbach M-35 01:39:39 01:38:25
3566 Hahn Angela 60 TV Kalbach W-50 01:42:31 01:41:18
4588 Weber Thomas 74 TV Kalbach M-35 01:57:01 01:51:48
3549 Löwe Matthias 52 TV Kalbach M-55 01:59:18 01:54:05
13262 Jankowiak H.-Christian 71 TV Kalbach M-40 02:08:20 02:03:06
13014 Otto Anja 82 TV Kalbach W-H 02:23:37 02:11:49
12775 Moeller Stefanie 84 TV Kalbach W-H 02:34:25 02:22:37
13605 Coelho Susana 78 TV Kalbach W-30 02:34:25 02:22:37
13571 Wilharm Melanie 83 TV Kalbach W-H 02:37:51 02:24:24
13372 Hertling Caroline 81 TV Kalbach W-30 02:04:56 01:59:04
13378 Hertling Evelyn 81 TV Kalbach W-30 02:04:55 01:59:04

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