Ironman 70.3 Wiesbaden 14.08.2011

TV Kalbach schmiedet Eisenmännchen – 14. August 2011 Ironman 70.3 Wiesbaden

Nachdem Moritz beim Möwathlon erste Triathlonluft geschnuppert hatte, wollte er sich mit Angela und Matthias auch einmal wie ein Langstrecken-Profi fühlen. Für diese Gefühl wurde der hessische Ironman 70.3. in Wiesbaden auserkoren. Dieser ist Teil einer Triathlon-Serie von 44 weltweiten Rennen auf einer Distanz von 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad fahren sowie 21,1 km Laufen. Die Gesamtdistanz beträgt 113 km, d.h. 70,3 Meilen, woraus sich der Wettkampfname ableitet.

Am Freitag, den 12. August holten wir die Startnummern des Ironman 70.3 im Wiesbadener Kurhaus ab. Alle Teilnehmer bekamen ein Bändchen „Athlet 2011 Wiesbaden“. Damit hatten wir es schwarz auf silber, dass wir Athleten waren! Mit vielen lustigen Nummeraufklebern und drei Wechselzonen-Beuteln im französischen Stil – einer rot, einer weiß, einer blau- ging es wieder zurück ins heimische Kalbach.

Am Samstag wurden die Rennräder zu Hause mit Starnummeraufklebern bestückt, die drei Tüten sorgfältigst nach Checklisten gepackt, in der Hoffnung, dass im Wettkampf alles im richtigen Beutel zu finden war. In die blaue Tasche kamen alle Sachen fürs Radeln, in die rote Tüte alles fürs Laufen, in den weißen Beutel alle Dinge für das noch unbekannte „Danach“.  Wir fuhren mit den eigenen Autos zum Raunheimer See, da vom Veranstalter „plötzlich“ keine Shuttles mehr angeboten wurden.

Nach 1,5 km Fußmarsch waren der See sowie ein mit hohen Zäunen abgesperrtes Areal in Sicht. Hier gaben Angela, Matthias und Moritz nach Rad- sowie Helmkontrolle und Rad-Fotoshooting ihr carbonhaltiges, federleichtes Heiligtum mit den beiden wundervoll geschwungenen runden Kreisen (kurz: Rennrad) an den mit Startnummern versehenen Parkplätzen ab. Die Räder wurden liebevoll nach kurzem Abschiedskuss mit einem Regenschutz abgedeckt und bis zum kommenden Morgengrauen sich selbst überlassen. Die blaue Tüte wurde schnell unter einem blauen Wännchen neben dem Rad verstaut, um zügig den Rückmarsch zu den Autos anzutreten und flink wieder nach Wiesbaden zu fahren.

Um 15 Uhr fing die Wettkampfbesprechung an, d.h. im großen, wunderschönen Festsaal des Kurhauses kurz durchatmen und eine Stunde allen strengen Regeln lauschen. Dann ist alles erledigt … wir fühlen uns auch so! Also ab nach Hause, auf die Couch, dann direkt ins Bett.

Schlaf wird völlig überbewertet! Wir träumten uns kurz ins Schwimmziel statt an den Start. Dann klingelte am Sonntag, den 14. August der Wecker: wir schlüpften in den Vereinsanzug, frühstückten zwei Nutella-Toast und gingen raus in die Dunkelheit. Kurz vor 5 Uhr stand das Privatshuttle vor Angelas und Matthias Haustür. Alle klammerten sich an den mitgebrachten Neoprenanzug, der wertvolle Minuten beim Schwimmen sparen soll. Angekommen in Raunheim, liefen uns beim Einparken ein paar lallende Jugendliche wahrscheinlich vom Wiesbadener Weinfest entgegen. Wir setzten uns in den ersten Shuttle-Bus zum See in Richtung Rad-Depot, was sich eifrig im Morgennebel versteckte. Gute Musik lockerte am Baggersee die Stimmung auf. Das 19 Grad „warme“ Wasser glitzerte in der am Horizont aufgehenden Sonne – traumhaft.

Moritz, Angela und Matthias zogenihre Neoprenanzüge an. Jeder hatte eine Badekappe mit unterschiedlicher Farbe, die den Altersklassen und somit den Zeiten der Schwimmstarts zugeordnet war. Angela ging um 7:10 Uhr mit ihrer Truppe pinker Kappen als Erste ins Wasser, gefolgt von Matthias mit schwarzer Ninja-Haube und kurz vor acht Uhr Moritz mit waldgrüner Badekappe. Alle schwammen auf der 1,9km langen Labyrinth-ähnlichen Strecke um einen riesigen Bagger und erreichen nach kurzem Landgang vorbei an einigen Bojen die letzte lang gezogene Linkskurve. Da das Ufer im Zielbereich sehr steil war, standen im knietiefen Wasser einige Helfer, die den Schwimmern aus dem Wasser halfen.

Nach 500 Metern durch tiefen Sand erreichten wir endlich die Räder – Neo aus, Helm auf, Startnummer um die Hüfte, Radbrille auf und los. Alle hatten vor der neu geplanten Radstrecke größten Respekt, da 1500 Höhenmeter zu bewältigen waren. Die Veranstalter hatten die Strecke komplett für den Wettkampf gesperrt. Nach 20 relativ flachen Kilometern begann das Auf und Ab. Nach den vielen langen und steilen Anstiegen muss trotz Entspannungsfreude bei den kurvenreichen, engen sowie teilweise schlecht asphaltierten Abfahrten die Vernunft siegen, nicht zu schnell zu fahren.  Die feuchte Straße ließ einige Hinterräder durchdrehen.

Hinter dem Wiesbadener Neroberg ging es mit über 10 Prozent Steigung den Berg hinauf. Doch oben angekommen, war noch lange nicht Schluss mit der Kletterei. Die „Platte“ klang harmlos, war aber ein Anstieg durch Nebel und Wolken mit etwa 8 Prozent und einer Länge von 5 km. Nach weiterem Hoch und Runter durch den Taunus bildete den Abschluss der Radstrecke die „Platte“ – diesmal bergab!

Nach überlebten 90 Rad-Kilometern und zurück in Wiesbaden wurden in der Wechselzone die Räder entgegen genommen. Mit den roten Taschen ab ins Umkleidezelt – Radschuhe aus, Startnummer nach vorne drehen, Laufschuhe an.

Die Laufstrecke führte vier Runden durch den Kurpark. Ein großes Publikum hatte sich am Rand postiert und rasselte, jubelte gegen die schweren Beine der Athleten an. Pro Runde sammelten Angela, Moritz und Matthias ein farbiges Bändchen. Nachdem endlich alle vier Bändchen gesammelt waren, durften sie in den Zielkanal abbiegen und spürten, warum sie sich das alles angetan hatten – sie waren jetzt Eisenmännchen des TV Kalbach !!!

Triathlet Zeit Platz Schwimmen Wechsel  Rad Wechsel  Laufen
Hahn, Angela 06:53:32 1313 00:45:10 00:06:35 04:01:43 00:02:02 01:58:00
Löwe, Matthias 07:16:38 1433 00:39:04 00:08:10 04:04:31 00:04:36 02:20:15
Schmidt, Moritz 07:18:47 1441 00:52:05 00:08:39 04:07:54 00:03:51 02:06:16

Angela schaffte den Halbmarathon unter 2 Stunden und erreichte nach 6 Stunden und 53 Minuten das lange herbeigesehnte Ziel. Matthias und Moritz folgten ihr nur ein paar Minuten nach 7 Stunden.

Danach gönnten wir uns alle ein wohlverdientes Erdinger Alkoholfrei und einen großen Teller vom reichhaltigen Buffet.

Trotz der Querelen im Vorfeld rund um den Busshuttle war der Ironman 70.3 Wiesbaden eine sehr gut organisierte Veranstaltung mit vielen engagierten Helfen und einer einzigartigen Strecke.

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