Frankfurt Marathon 30.10.2011

Das Glück liegt gleich hinter den Schmerzen …

… so stand es auf einer kleinen Karte aus dem blauen Läufer-Rucksack des Frankfurt Marathons geschrieben.

Neun Läufer vom TV Kalbach machten sich am Sonntag, den 30. Oktober 2011 auf den Weg, dieser philosophischen Frage auf den Grund zu gehen.

Bei Nebel und beregneten Straßen trafen wir uns um acht Uhr in der Frühe und fuhren gemeinsam zum Start des ältesten Stadt-Marathons Deutschlands. Bei der 30. Jubiläums-Auflage dieses Rennens wollten auch wir dabei sein! Da mit 15.000 Teilnehmern der Marathon ausgebucht war, ließen sich ein paar Läufer die Teilnahme an der Erkenntnis-Reise einige Ebay- Euros kosten.

Um zehn Uhr bei einer Temperatur von 12 Grad, bedecktem Himmel und so gut wie keinem Wind erklang der Startschuss zu unserer Reise von 42.195 Metern durch die Mainmetropole.

Wir warteten in den teils überfüllten Blöcken ruhig auf den Start. Viele gingen anfangs, bis sich der Knoten von 30.000 Läuferbeinen aufgelöst hatte. Niemand drängelt, keine Tritte in die Hacken, keine Panik. „Seid ihr bereit, ein paar Schritte zu laufen?“, feuerte der Sprecher uns an. Na klar, auf geht’s!

Nach dem Startschuss dröhnte das „Keep on Running“ aus den Boxen. Es dauerte etwa zwanzig Minuten bis alle die Startlinie passiert hatten.

Die Blicke streiften das Frankfurter Büro Gebäude sowie die hart umkämpfte Matthäuskirche, die weiteren Hochhäusern weichen sollte. Wir liefen vorbei an der Taunusanlage in Richtung EZB.

Auf der Wiese vor der Zentralbank saßen die Che Guevaras von „Occupy Frankfurt“ zwischen ihren Feuertonnen und Zelten. Einige Meter entfernt wartete der absolute Gegensatz hierzu: Bänker im Deli und vom Geldsegen geküsste Spätheimkehrer des Ivory-Clubs. Kaum hatten wir das Unigelände an der Bockenheimer Warte und die noble Goethestraße passiert, hörten wir die ausgelassene Stimmung der zahlreichen Unterstützer aus Richtung Hauptwache und Alte Oper brodeln.

Bei Kilometer 10 erreichten wir den nördlichen Wendepunkt der Strecke am Campus Westend, dem früheren IG-Farben Haus. Drei Kilometer weiter ging es über die Alte Brücke auf die Sachsenhäuser Seite, am Museumsufer entlang westwärts in Richtung Niederrad und Schwanheim.

Langsam wurden die Beine etwas müde, die wenigen von Aufregung geprägten Schlafstunden machten sich bemerkbar. Was Kipsang wohl letzte Nacht gemacht hatte? Ich erinnerte mich an die Packung Duracell-Batterien aus dem Starterbeutel- einfach reinschieben und voll Energie weiterlaufen wie das Häschen in der Werbung.

Kräftiges Jubeln unseres Unterstützerteams Anja und Ralf riss mich aus den Gedanken. Bei Kilometer 24 folgte die Schwanheimer Brücke, wo die Taunus Combo spielte: „Über diese Brücke musst du gehn…700 hundert Meter überstehn …“

Zurück am rechten Mainufer schlängelten wir uns durch Höchst über die Mainzer Landstraße zur Innenstadt. Dann folgte ein Dejavu – wieder ab durch das Spendentor der Charitas, 3 Euro für einen guten Zweck! Die Läuferfüße waren nach 40 Asphaltkilometern ganz irritiert vom Kopfsteinpflaster der Fressgass. Das Ziel in greifbarer Nähe  –  trotzdem konnten einige Marathonis nicht weiter und nahmen auf den Bordsteinkanten Platz, die den Weg zum Hammermann säumten.

Ein starkes Ziehen machte sich in den Oberschenkeln breit. Doch der Kopf gab den Beinen eine klare Weisung in Richtung roter Teppich. Auf diesem liefen wir in die dunkle, bunt beleuchtete Festhalle ein. Lächelnd ging es bei tobender Menge und Glitzerregen die letzten Kilometer hinein und durch das Ziel. Diese grandiose Atmosphäre ließ uns vergessen, dass es an den letzten Getränkestellen keine Durststiller und im Ziel keine Finisher-Medaillen mehr gab.

Denn das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde; das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause und liegt gleich hinter den Schmerzen (Philosoph Demokrit).

 

Platz Name Brutto Netto Pl.AK AK
270 Angela Hahn 03:36:30 03:33:15 12 W50
2199 Bettina Keiling 05:23:00 05:11:03 457 W45
2655 Christian Ruzicka 03:30:23 03:27:28 607 M40
4386 Moritz Schmidt 03:47:15 03:44:00 533 M30
2250 Stefanie Schmidt 05:34:39 05:19:38 280 WH
9286 Rainer Venino 05:05:10 04:49:57 1195 M50
3105 Stephan Voss 03:34:37 03:31:22 532 M35
2715 Thorsten Wünschel 03:30:07 03:28:02 376 M30

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