Lufthansa Halbmarathon 14.03.2010

Lufthansa Halbmarathon am 14. März 2010

Für den von Spiridon Frankfurt ausgetragenen Halbmarathon, der den Namen des Hauptsponsors Lufthansa trägt, gab es in diesem Jahr mit 3770 Vorgemeldeten so viele Athleten wie nie zuvor. Auch vier Läufer vom TV Kalbach – Anja, Moritz, Manfred und ich waren mit von der Partie.

Der Halbmarathon ist für uns der Anfang des Main-Laufcups, einer Serie aus zehn Läufen in Frankfurt und Umgebung.

Um Punkt zehn Uhr feuerte Sportdezernent Markus Frank am Stadion, der Commerzbank Arena, den Startschuss ab. Weil der Lauf zu Beginn über recht enge Waldwege führte, ließen die Organisatoren erstmals nicht alle Teilnehmer auf einmal auf die Strecke. Gestartet wurde in Blöcken. In Abständen von zwei Minuten ging es für jeweils einige hundert Läufer los. Die schnellen Sportler zuerst, Anja und ich in dem hintersten Block.

Durch den Stadtwald liefen wir nach Niederrad und dann am Main, dem schönen Museumsufer entlang. Kurz vor Kilometer 10 durfte man etwas trinken. Es gab Tee, Wasser, bunte Sprudelgetränke und Bananen. Letzteres finde ich ein bisschen übertrieben, aber es wird tatsächlich kräftig gemampft.

Danach verließen wir den Main und walzten uns tiefer nach Sachsenhausen hinein. Am Schweizer Platz, einem der Zentren des Stadtteils, erwartete uns ein Stimmungsnest von gefühlten 10 Zuschauern. Danach war die Stille noch stiller. Ein wenig gespenstisch ist das schon, wie sich über 3000 Menschen laufend durch eine Stadt bewegen, während man hinter den Fenstern in Marmeladenbrötchen beißt und den Sportteil der Sonntagszeitung wendet. Unser Vorteil ist: wir kennen beide Welten und wählen bewusst mal die eine, mal die andere. An diesem Sonntag gehörte die Stadt jedenfalls uns und die Absperrungen, die uns vorhin noch quälten, waren jetzt ein stolzer Beweis unserer Macht.

Bei Kilometer 14 bogen wir ab Richtung Neu-Isenburg und ich sehnte die kleine Wendepunktstrecke herbei. Meine Beine waren schwer und ich wusste, dass ich mich anstrengen musste, um die Strecke zu schaffen.

Ab Kilometer 16 war ich Schlussläufer. Etwa 20 Teilnehmer hinter mir hatten nach und nach aufgegeben.

Mit den beiden Sicherheitsläufern des Spiridon hüpfte ich von Schlagloch zu Schlagloch und kämpfte mich dem fiesesten Punkt der Strecke zu: bei Kilometer 19 musste eine Brücke genommen werden. Leider bei Gegenwind und zunehmender Erschöpfung. Von hier ab war die Commerzbank Arena deutlich zu spüren und bald zu sehen. Doch man musste noch einmal das gesamte Gelände umrunden; das war zäh und wollte kein Ende nehmen. Um das Stadion laufen und nicht reinlaufen dürfen –ein Härtetest für die ermattete Psyche. Jetzt in ein Marmeladenbrötchen beißen und den Sportteil umblättern… !

Rein sportlich war die Messe längst gesungen, die Profis und die ernsten Hageren, die man am verkniffenen Gesicht, den Thrombosestrümpfen, dem Trinkflaschen bestückten Patronengurt und dem kahlen Kopf erkennt, waren längst im Stadion und berauschten sich an isotonischen Durstlöschern.

Es waren vielleicht noch 150 Meter, die wir am Ende nach 21 Kilometern, im Stadion zurücklegten. 150 Meter, in denen wir auf nichts zulaufen als auf ein großes „Ziel“-Transparent und eine riesige Uhr, die erbarmungslos und riesengroß die Zeit anzeigt: 02:54:03. Der zweite Halbmarathon wird sicherlich nach gutem Training schneller.

Weitere Ergebnisse: Manfred 01:56:14, Moritz 01:56:25, Anja 02:09:28

Stefanie Möller

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