Frankfurt Marathon 2010

Lauflust aus Leidenschaft – oder: Lauflust, die Leiden schafft?!

Nachdem wir die Halloween-Nacht oder die Nacht der Zeitumstellung feiernd oder mit unruhigem Schlaf überstanden hatten, war es am 31. Oktober wieder so weit: Marathonzeit!

Der TV Kalbach trat mit 10 Marathon-Läufern und einer 4er Staffel beim ältesten City-Marathon Deutschlands an. Nach kurzem morgendlichen Regen kletterte das Thermometer auf angenehme 13 Grad. Die Sonne setzte sich gegen die Wolken der letzten Wochen tapfer durch. Unsere mutige Entscheidung für T-Shirt und kurze Hose wurde belohnt.

Um 10 Uhr Winterzeit fiel der Startschuss an der Frankfurter Messe. Die Massen setzten sich in Bewegung und strömten nach einigen Kilometern der Stadtbesichtigung über die Alte Brücke gen Sachsenhausen, dann westwärts nach Niederrad und Schwanheim. Nachdem wir Kalbacher die Schwanheimer Brücke als einzig nennenswerten Anstieg der Strecke überwunden hatten, führte die Strecke nach Osten über die Mainzer Landstraße zurück in die Innenstadt.

Die vier Staffelläufer teilten sich die 42,195 km in Teilstrecken von 12, 6, 10 sowie 14,195 km. War man einer der hinteren Läufer, so sah man auf den Staffelpartner wartend die Eliteläufer vorbeifliegen und fühlte sich sofort wie ein dicker Germknödel neben einer zarten Vanilleschote.

Doch auch die Schnellen mussten kämpfen. Sie hatten Krämpfe und machen Gehpausen. Ein Afrikaner weit vorne ging plötzlich. Er sah nicht so aus, als wollte er das Rennen fortsetzen.

Auf dem letzten Streckenabschnitt war das Feld auch deutlich zu riechen. Wer 35 km gelaufen ist, hat ein gutes Recht, zu miefen. Salzkrusten zeichneten sich auf Schläfen und Kleidung ab. Die ersten blutigen Brustwarzen waren zu sehen, Shirts wurden zu abenteuerlichen Konstruktionen geknotet, um die empfindliche Brust frei zu legen.

Der letzte Kilometer war wie immer der härteste. Doch wir Läufer ließen uns nicht stoppen. Wir wussten im Grunde unseres Herzens, dass wir diesen Kilometer auf einer halben blutigen Zehe nach Hause laufen konnten und die Belohnung des roten Teppichs in der scheinwerferdurchfluteten Festhalle zum Greifen nah war.

Nach Unterstützung durch persönliche Groupies erreichten Beatrix Jung, Anja Otto und Manfred Groh glücklich die Ziellinie ihres ersten Marathons. Die Marathon-erfahrenen Läufer feilschten an ihren Bestzeiten. Angela Hahn kam trotz Asphalt-Kuss nach stolzen 3:26 h ins Ziel; Moritz Schmidt verbesserte sich um 30 Minuten im Vergleich zum Vorjahr auf 3:38 h. Alle Läufer des Turnvereins meisterten dank guter Vorbereitung nach dem „Kalbacher Veni, Vedi, Vici-Prinzip“ die 42,195 km.

Name Netto Platz AK Platz AK
Groh, Manfred (GER) 04:19:33 6107 M45 1278
Hahn, Angela (GER) 03:26:18 145 W50 11
Jung, Beatrice (GER) 04:27:00 1107 WH 136
Löwe, Matthias (GER) 04:20:19 6139 M55 324
Otto, Anja Kathrin (GER) 04:26:59 1106 WH 135
Ruzicka, Christian (GER) 03:26:03 1989 M40 493
Schmidt, Moritz (GER) 03:38:38 2986 M30 390
Schmidt, Willi (GER) 03:49:04 3877 M45 819
Venino, Rainer (GER) 04:31:30 6690 M45 1358
Voss, Stephan (GER) 03:37:58 2942 M35 494
Kalbacher Zuckerschneckche 04:37:43 131

So viele Erfolge wollten gefeiert werden: wir ließen den Abend bei gutem Essen im Bad Homburger Wirtshaus „Zur Linde“ ausklingen.

Jetzt ist es wichtig, die gute Form über den Winter zu bringen, damit es auch im nächsten Jahr heißt: Lauflust aus Leidenschaft.

Stefanie Möller

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