Feb
12

Frankfurt Marathon 2016

Oktober 2016, 10 Uhr. Startschuss zum 35. Frankfurt-Marathon. Es sind 7°, es weht kein Wind und die Sonne kommt raus – perfekte Bedingungen für Topzeiten. Ich hatte nach 4 Jahren mal wieder Lust auf einen Marathon und mehr als 12 Wochen konsequentes Training liegen hinter mir. Diese liefen so gut wie noch nie und ich war ernsthaft gewillt die angestrebte Ziel Zeit von 3 Stunden 45 zu knacken. Wäre da nicht ein kleiner Haken in Form einer leichten Erkältung eine Woche vor dem Wettkampf gewesen. Ich war zwar nach 3 Tagen wieder symptomfrei und musste nur den letzten längeren 22 km Lauf ausfallen lassen. Aber vermutlich war ich zum Rennen noch nicht 100% wieder fit. Erkältungen und Infekte haben auch meine beiden Mitstreiterinnen Angela und Anne während der Vorbereitung zurückgeworfen. Anne hat die Erkältung noch ein paar Tage später und heftiger erwischt als mich, so dass sie das Rennen leider absagen musste. Im Nachhinein ein sehr vernünftige Entscheidung. Letztendlich betreiben wir den Sport für unsere Gesundheit.

Die Frage nach der Kleidung stellt sich bei den Wetterbedingungen nicht: kurz. Geschmückt mit einem schicken Plastiksack eines Sponsors stehen wir am Start. Dieser erfolgt in zwei Wellen. Angela hat zwar auch für 3:45 trainiert, sich aber mit einer etwas schnelleren Zeit angemeldet (die sie auch schon gelaufen ist) und startet deswegen um 10 Uhr in der ersten Welle und ich erst 10 Minuten später. Diese sind ganz schön lang. Es darf eigentlich los gehen. Die Anspannung und das Adrenalin sind hoch. Ich bin konzentriert und fokussiert auf die Aufgabe, die vor mir und mehr als 10.000 Mitläufern liegt. Die zweite Welle läuft endlich. An der Startlinie drücke ich auf die Uhr. Die ersten Kilometer dienen als Orientierung um das Tempo zu justieren. Nicht ganz einfach. Die GPS basierte Geschwindigkeit kann man in den Hochhausschluchten von Frankfurt ziemlich vergessen. Sie meldet etwa 10 s/km zu wenig. Aber nach 4 km passt es. Vor mir läuft einer der beiden 3:45 Ballons. Diese Brems- und Zugläufer irritieren mich eher als das sie helfen. Ich muss mein eigenes Tempo laufen. Ein weiterer Nachteil sind die Menschentrauben, die sich um diese Läufer bilden. Das führt spätestens an der alten Oper zum Stau. Man verliert Zeit und kommt aus dem Rhythmus. An den Verpflegungsstellen gehe ich im ein paar Schritte, um besser trinken und essen zu können. Die Ballons machen das nicht, schnell sind sie weg und setzen mich dadurch unter Druck. Auf der Alten Brücke überholt mich der zweite 3:45er Ballon. Im Vergleich zu meiner Uhr sind die Jungs flott unterwegs. Ich versuche mich etwas davor zu halten. Blöderweise drückt die Blase und das viele Grün Richtung Niederrad, ist eine gute Gelegenheit kurz anzuhalten. Damit verabschiedet sich auch der zweite Ballon. Aber noch passt die Zeit. Auf dem Weg durch die Bürostadt spüre ich langsam, dass es anstrengender wird und ich Mühe habe die Geschwindigkeit zu halten. Halbmarathon bei 1:53, kann ich mit leben. Aber die zweite Hälfte verspricht hart zu werden. Die Herzfrequenz steigt, die Beine werden schwerer. Weiter durchhalten. Der “Berg” in Höchst ist wie immer besonders gemein. In Nied wartet noch Anne um uns anzufeuern.

Aus der Schwere in den Beinen wird langsam Schmerz. Aber getreu dem Motto “Lächeln und winken” sehe ich wohl noch ganz gut aus. Macht mich aber nicht wirklich schneller und es sind noch etwas 15 km. Auf den folgenden Kilometern kämpfe ich gegen das Bedürfnis gehen zu wollen und arbeite mich von Verpflegung zu Verpflegung, km 30, km 35. Bei km 30 versuche ich mal eines der angebotenen Gels. Vielleicht hilft es ja. Nicht wirklich, außer dass das Zeug wie Beton in meinem Magen lag. Das sind die Kilometer, bei denen man anfängt sich dafür zu verfluchen, sich nochmal für einen Marathon angemeldet zu haben. Aufgeben ist aber keine Option. Durch das langsamere Laufen geht zumindest die Herzfrequenz etwas runter. Vielleicht aber auch ein Zeichen, dass nichts mehr zu holen ist. Die Schmerzen in den Beinen werden langsam unerträglich und Richtung km 40 schaffe ich es nicht mehr, die 5 km Abschnitte durchzulaufen. Deprimiert von den Läufern, die alle noch locker an mir vorbei laufen, überholt mich zur Krönung auch noch der 4-Stunden-Ballon. Damit ist es amtlich: Minimalziel 4 Stunden auch verfehlt. Jetzt nur irgendwie heil ins Ziel kommen. Am Straßenrand versorgen die Sanitäter die, die das Ziel nicht mehr sehen werden. Langsam weiter. Auf die Uhr schaue ich schon gar nicht mehr. Schmerzen. Wo ist das Ziel? Der Weg kreuz und quer durch die Innenstadt zieht sich wie Kaugummi. Irgendwann ist tatsächlich das Ziel in Sicht. Erleichterung macht sich breit. Jetzt noch mal die letzten Kräfte sammeln. Schneller geht es aber nicht mehr. Der rote Teppich und die Lightshow in der Festhalle sind nett, machen mich aber heute auch nicht mehr glücklich. Die anderen warten jetzt schon seit Ewigkeiten. Tut mir ja etwas leid, dass ich nicht schneller war. Enttäuschung kann ich nicht leugnen. Nach der sehr guten Vorbereitung hätte ich definitiv mehr erwartet. Vermutlich lag es doch an der Erkältung. Jetzt noch schnell durch die Verpflegungszone und dann zu den Anderen. Diesen Plan habe ich ohne den Stau bei der Medaillenausgabe gemacht. Es ist eng und stickig. Mir wird schummerig. Lieber Kreislauf, jetzt nicht schlapp machen. In 1o m Entfernung werden die Läufer auf der Bahre abtransportiert. Das brauche ich jetzt nicht. Konzentration, ruhig atmen und nach einer gefühlten Ewigkeit erhalte ich meine Medaille und kann zur Versorgung. Nochmal gut gegangen. Erst mal Brühe, um Salz nach zufüllen. Ein paar Stücke Apfel und dann zu den Anderen. Glückwünsche.  Ist mir gerade nicht danach. Ich bin angekommen. Schaffen viele nicht. Aber trotzdem stellt sich keine Zufriedenheit ein.

Am Ende bleibt die Frage: Revanche im nächsten Jahr oder vielleicht doch etwas Kürzeres.

Das entscheide ich im Sommer. Angela ist in guten 3:54 ins Ziel gekommen und Anne hat sich ihren Startplatz auf 2017 übertragen lassen.

Thomas Coelho

Mai
02

Prag Halbmarathon

Endlich wieder mal ein Lauf im Ausland. Prag ist ja eine tolle Stadt die uns neugierig gemacht hat und so haben wir uns entschlossen den Halbmarathon dort zu laufen.

Einen Tag vor dem Lauf haben wir uns bei netter Atmosphäre und einem typisch tschechischen Nationalgericht, mit einer großen Laufgruppe aus Frankfurt auf den HM eingestimmt und gestärkt!

Nun war es auch schon soweit. Nachdem wir uns in den richtigen Block eingeordnet haben – bei tollem Sonnenschein und „warmen“ 9 Grad – wurde der Start des Halbmarathons mit dem Wolgau-Lied und der Begleitung eines Hubschraubers um 10 Uhr eingeläutet. Es war wie immer ein tolles Gefühl dabei zu sein. Die ersten 15 km meisterten wir in einem guten 5er Schnitt, obwohl die Strecke teilweise aus Pflasterstein bestand, wir Schienen und 7 Brücken überquerten und über offene Gullis springen mussten! Davon haben wir uns aber nicht entmutigen lassen, Livebands und viele, gut gelaunte Zuschauer haben uns motiviert und angefeuert.

Die letzten paar Kilometer ist dann jeder für sich sein eigenes Tempo gelaufen. Mit der Organisation und der Versorgung während und nach dem Lauf waren wir zufrieden. Mit 1:54:02 und 1:56:00 sind wir ins Ziel gekommen. Ein schönes Laufereignis, wir können den Lauf und die Stadt nur empfehlen.

Auf ein Neues in 2017 und vielleicht auch mit ein paar Läufern mehr  vom TV Kalbach ?

Evelyn und Carolin

 

Jan
08

Es ist vollbracht!

Zwei Laufrunden wurden markiert und kilometriert,

Nachdem vor einingen Jahren vom Ortsbeirat beschlossen wurde, eine längere und eine kürzere zu markieren und zu kilometrieren, begann ein scheinbar unendlicher Weg, die Genehmigungen der unterschiedlichsten Behörden einzuholen. Mehrere Jahre sind vergangen bis es dann endlich für die Markierungen keine Einwände mehr gab, die alle 500 Meter die zurückgelegte Distanz anzeigen sollen. Auf der Karte ist eine 10,2 und in rot eine 6,6 Kilometer-Strecke markiert. Gelaufen wird in Pfeilrichtung. Alle 500 Meter ist in Laufrichtung rechts auf dem Boden eine Kilometerangabe.

Jan
08

Ich geh dann mal laufen

Januar, ein neues Jahr. Für viele Menschen ist das die Zeit der guten Vorsätze. Aber warum eigentlich? Vorsätze fassen kann man das ganze Jahr. Und mit Hilfe mit den Läuferinnen und Läufern des TV Kalbach kann man sie auch umsetzen. Aber der Reihe nach…

…Rückblick, Sommer 2015: Grillfest mit ein paar Eltern und den Kindern, die Sommerferien haben angefangen. Als wir alle wieder zu Hause sind, werden Fotos umhergeschickt. Eines zeigt den Mann am Grill. Das T-Shirt spannt, das Gesicht wirkt moppelig. Ich erschrecke: Das bin ja ich! Tags darauf steige ich morgens auf die Waage. Die Ziffer auf der Anzeige bringe ich nur mit Mühe mit mir selbst in Verbindung. Das Gewissen meldet sich: „Du musst was ändern!“

Ein paar Tage später sitze ich montags an der Sportanlage in Harheim. Hier findet – nur in der hellen Jahreszeit, im Winter trifft man sich in der Halle am Sportzentrum Kalbach – das Lauf-ABC statt. Eine Gruppe an Läufern trifft ein, ich stelle mich vor und frage nach dem Trainer, nach Matthias Löwe. Alle begrüßen sich freundlich, klatschen sich ab, bevor sie sich auf ihre Runden machen. Matthias läuft mit mir, will wissen, warum ich zum Lauftreff gekommen bin. Ich höre mich laufend sagen: „Ich glaube, ich werde zu dick.“ Matthias mustert mich und erwidert: „Das glaube ich auch.“ Ja, unser Trainer kann sehr direkt sein!

In den folgenden Wochen merke ich, dass er das manchmal auch sein muss. Wir besprechen, wie wir mich ans Laufen kriegen. Versucht hatte ich, der früher, vor etwa zehn Jahren, noch regelmäßiger Läufer war, schon häufiger, wieder regelmäßig etwas für meine Ausdauer zu tun. Aber mit Beruf und kleinen Kindern wird der innere Schweinehund immer gemeiner, fieser und hartnäckiger. Und wenn ich mal wieder einen Vorsatz gefasst und mit dem Laufen angefangen hatte, hätte ich es wohl gleich übertrieben, diagnostizierte Matthias. In den vergangenen Jahren litt ich, wenn ich lief, schnell an brennenden Schmerzen am Schienbein. Diese rührten, so Matthias‘  Vermutung, davon, dass ich mich zu schnell an zu langen Strecken versucht hatte.

Ich war angenehm überrascht: Hatte ich auf der Seite des Lauftreffs von Marathonläufern gelesen, die mich schwer beeindruckten, riet mir Matthias nun erstmal: „Du musst lernen, langsam zu laufen, am besten mit Pulsuhr.“ Und neben vielen Hinweisen zur Ernährung hatte er noch einen Rat: „Besprich mit deiner Familie, wie viel Training für die Bedürfnisse der Familie realistisch ist!“

Wir verabreden, dass ich ein Mal in der Woche zum Lauftreff komme, immer dienstags. Dort finden sich verschiedene Gruppen zusammen, manche laufen eine kürzere Runde, andere eine größere. Ich schließe mich der „kleinen Harheimrunde“ an und habe anfangs ganz schön zu kämpfen,  die gut sieben Kilometer zu packen. Mit meiner Familie vereinbare ich, dass ich weitere ein- bis zweimal in der Woche allein laufe. Ganz langsam! Und ich verzichte komplett auf Süßigkeiten, achte auf die Ernährung.

Es dauert, bis Vorsätze zur Gewohnheit werden. Ein paar Mal fehle ich dienstags, Dienstreise, Kind krank, eigene Erkältungen – wie das halt so ist. Matthias ist ein freundlicher Mensch, aber – siehe oben – er kann sehr direkt sein. Als ich zwei Woche in Folge nicht zum Treff erschienen war, lief er im Frühherbst bewusst eine Runde allein mit mir und erinnerte mich an meine Ziele: „Du willst dünner und fitter werden. Das ist dein Wunsch, es ist alles freiwillig!“ Er redet mir ins Gewissen, die Worte hallen bis heute in mir nach. Er hat Recht: Es ist mein Wunsch!

Mittlerweile komme ich fast jede Woche zum Lauftreff, einen weiteren Lauf für mich allein baue ich ebenfalls in (fast) jeder Woche in den Berufs- und Familienalltag ein. Manchmal auch zwei. Oft mit Pulsuhr, die ich mir auf Matthias‘ Anraten hin gekauft habe, um nicht zu schnell zu werden. Bei einem Plus von mehr als 144 piepst die Uhr, dann werde ich langsamer. Das ist richtig erholsam und baut Stress ab! Die Schienbeine schmerzen nur noch ganz selten, gut acht Kilo habe ich seit dem Foto am Grill verloren.

Jetzt, im Winter, treffen wir uns auch sonntags um 10 Uhr, um lange Läufe zu machen. Auch dann laufen wir langsam, für die Ausdauer. Das ist eine gute Gelegenheit, in Ruhe mit den anderen Läuferinnen und Läufern ins Gespräch zu kommen. Man erfährt etwas über ihre Lebensläufe, wo sie herkommen, wo sie aufgewachsen sind, was sie beruflich machen. Das ist ein schöner Nebeneffekt des gemeinsamen Laufens. Es geht oft, aber eben nicht immer um Lauf- und Ernährungstipps – es geht ganz oft auch um das, was jeder so erlebt und auf der Strecke verarbeitet.

An die guten Vorsätze denkt man dann gar nicht mehr so oft – die laufen irgendwann einfach so mit. Ich kann jedem raten, Kontakt mit Matthias aufzunehmen. Er weiß Rat, wie man den Einstieg findet. Er dosiert das Einstiegsprogramm. Er ist Ernährungsberater und kann auch in diesem Bereich viele Tipps geben. Niemand muss Angst haben, überfordert zu werden. Und niemand wird belächelt, wenn die ersten Schritte klein sind!

Nils Husmann

Nov
08

Frankfurt Marathon 2015

This is your day – oder: Das war unser großer Tag…

Endlich war es soweit und der 25. Oktober 2015 war endlich angebrochen. Nun konnten wir zur Messe Frankfurt aufbrechen, um unseren großen Lauf zu bestreiten. Wie lange hatten wir auf diesen Tag gewartet und hin trainiert?
Um genau zu sein, hatte ich genau ein Jahr auf diesen Tag gewartet. Letztes Jahr zum Frankfurt-Marathon stand ich auf dem Balkon der Messe und habe den Start und unsere Läufer vom TV Kalbach beobachtet. Es war so überwältigend, dass ich beschloss, nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Ich hatte mich gleich im November 2014 angemeldet und nun ein Jahr auf diesen großen Tag gewartet. Zum Glück war der Tag nun endlich da und ich war nicht allein. Mit mir sind auch Anne, Angela, Axel und Tom und Markus gestartet.
Die große Aufregung hat sich also auf 12 Beine verteilt. Alle waren wir froh, dass das lange Training an der Nidda sich nun endlich auszahlen sollte. Endlich konnten wir unserem Trainer Matthias zeigen, dass sein toller Trainingsplan, welcher uns seit August begleitete, nun endlich den großen Erfolg zeigen würde.
Angela durfte das erste mal mit ihrer „ewigen“ Startnummer starten, die man nach 10maliger Teilnahme beim Frankfurt-Marathon bekommt.
Kurz vor 10 Uhr gingen wir aufgeregt zum Start und dann fiel der Startschuss und mit ihm, zumindest bei mir, die ersten Tränen. Da war ich nun endlich wieder dabei, ein Marathonie, nach 3 Jahren Baby-Pause ging es nun ab auf die 42,195 km.
Wir waren alle recht voreilig und rannten was das Zeug lief, alle guten Vorsätze und Ratschläge unseres Trainers waren verflogen und mit dem Rausch der 15.000 anderen Läufer schlängelten wir uns durch die Straßen Frankfurts. Es war mächtig was los auf und neben der Strecke. Auch ohne Sonne wurde es uns recht warm ums Herz, dank der vielen Zuschauer und unserer fleißigen Anfeuerer vom Lauftreff des TV Kalbach.
Doch die erste große Euphorie hielt etwa bis zu Kilometer 21 an. Da dachte ich mir zwar, so nun geht es auf den Heimweg, aber da kamen auch die ersten Wehwehchen und es fing an anstrengender zu werden.
Der große Hammer kam jedoch erst bei Kilometer 30, da kam die große Unlust, die Frage aller Frage: Warum mache ich das hier, warum tu ich mir das an? Immer wieder fragte ich mich das, aber es gab keine Antwort. „Heißt den Schmerz willkommen“ meinte unser lieber Matthias im Vorfeld, aber ich wusste in dem Moment als er kam nicht, ob ich dazu bereit war.
Aber wir liefen weiter und liefen und liefen, die lange Mainzer Landstraße entlang, wo weit entfernt die Skyline der Innenstadt am Horizont erschien. Und endlich bei Kilometer 36 waren wir wieder in der Innenstadt. Mal ging es schlechter, mal ging es besser und irgendwie rückten das Kilometerschilde mit der 40 immer näher. Nur noch 2 km und 195 Meter. Juhu fast bin ich im Ziel. Ich war wie im Rausch und in der Fressgasse sang Helene Fischer ihr Atemlos gefühlt nur für mich.
Nun war dann alles vergessen, nichts tat mehr weh und meine Beine liefen wie von selbst. Immer schneller rannte ich an den jubelnden Menschen vorbei und wollte hinein in die Festhalle. Doch der Eingang wollte nicht kommen, 2,195 km können ganz schön lang werden.
Aber dann endlich, der rote Teppich, die dunkle Halle, die Lichter, die jubelnden Zuschauer, es war soweit. Jetzt wusste ich sofort wieder, warum ich diese Quälerei auf mich genommen habe. Nur für diesen einen Moment. Die Emotionen liefen über, mit einem lachenden und einem weinenden Auge und mit viel Gänsehaut überschritt ich nach 4:27 Stunden die Ziellinie, Angela und Tom waren schon seit einiger Zeit im Ziel und erwarteten mich. Unmittelbar nach mir kamen auch Axel und Anne ins Ziel. Für Markus war dieser Marathon ein ganz besonderer. Er stellte eine für uns alle unfassbare Bestzeit auf und kam mit 3:06 Std. ins Ziel.
Wir waren alle glücklich, aber auch ganz schön geschafft. Doch die Freude war größer, die Freude über diese wahnsinnige Leistung, die wir da endlich geschafft hatten.
Ein ganz großer Dank geht an unsere Beine und natürlich an unseren Trainer Matthias. Ob ich mich jetzt allerdings auch gleich wieder im November für den Marathon in 2016 anmelde, da bin ich mir nicht so sicher, denn eins kann ich euch sagen: 42 Kilometer sind doch ganz schön weit. Aber: Das war unser großer Tag

Markus Halm 3:06:32 Std.
Tom Bienert 3:21:23 Std.
Angela Löwe 3:47:56 Std.
Anja von Cleef 4:27:09 Std.
Axel Hoffmann 4:30:43 Std.
Anne Oeckel 4:46:44 Std.

Frankfurt Marathon 2015

Anja von Cleef

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